Tipps & Tricks Drucken
Cuba ist ein Land mit vielen Eigenheiten und einzigartigen Besonderheiten. Um sich nicht im Kulturschock zu verlieren, sollte man sich also vorher über einiges im Klaren sein. Daher folgen hier ein paar Tipps und Hinweise, um möglichen Fettnäpfchen aus dem Wege zu gehen, von Insidertricks zu profitieren und den Cuba-Urlaub somit problemlos genießen zu können:


Reisezeit:
Die beste Reisezeit nach Cuba ist zwischen Dezember und April. Diese Zeit liegt nach den Regenanfällen und Hurrikans und vor dem sengend heißen, schwülen Sommer. Ein Nachteil ist dabei allerdings, dass Cuba um diese Zeit etwas voller sein wird und die Unterkunftspreise um etwa 20% ansteigen.

Flexibilität und gute Laune:
Man sollte auf Cuba Flexibilität, Abenteuerlust und gute Laune mitbringen. Die Cubaner sind sehr lebhaft und leidenschaftlich. Sobald man einmal nicht herzhaft mitlacht oder lediglich ein klein wenig reserviert wirkt, denken die Cubaner, man wäre todtraurig oder schlecht gelaunt. Entweder sie versuchen dann andauernd, einen aufzuheitern, oder sie meiden einen.

Sprache:
Spanisch sprechen zu können, ist ohne Zweifel für den Touristen von großem Vorteil, allerdings auch keine Voraussetzung. Doch insbesondere in den ländlichen Gegenden können ohne Spanischkenntnisse einige Sprachschwierigkeiten auftreten.

Geld:
Auf Cuba gibt es zwei Währungen: Convertible Pesos (CUC$) und Cubanische Pesos (moneda naciona, MN). Die meisten Dinge, die man als Tourist bezahlt, werden mit dem CUC$ bezahlt (z.B. Unterbringung, Eintritt, Fahrscheine). Einiges kann man allerdings nicht mit dem CUC$ bezahlen, dafür wird in einigen Resorts auch der Euro akzeptiert. Cubanische Pesos erhält man bei den Cadeca-Zweigstellen in jeder Stadt. Cuba hat eine Bargeldwirtschaft, Kreditkarten spielen eine untergeordnete Rolle. Auch muss man aufpassen, dass man selbst und sein Gegenüber von den gleichen Pesos redet, die Scheine sehen sich nämlich auch noch sehr ähnlich und haben beide das $-Zeichen.

Zeitunterschied:
Zwischen Europa und Cuba liegt ein Zeitunterschied von 6 Stunden (europäische Winterzeit) bzw. 7 Stunden (europäische Sommerzeit). Wenn es in Mitteleuropa 12 Uhr ist, ist es auf Cuba erst 6 Uhr (5 Uhr).

Visum und Touristenkarte:
Nur Journalisten oder Geschäftsreisende brauchen ein Visum, ansonsten benötigt man als Tourist lediglich eine Touristenkarte (Tarjeta de turista), die 30 Tage gültig ist. Ist man erst einmal auf Cuba, kann man diese leicht in einer Einwanderungsbehörde (Inmigración) für weitere 30 Tage verlängern lassen. Die Touristenkarte erhält man im Reisebüro oder bei der Fluglinie. Die Karte sollte man nicht verlieren, denn auch bei der Ausreise muss diese erneut gestempelt werden.

Kriminalität:
Cuba ist ein ziemlich sicherer Ort und Gewalttaten sehr selten. Kleine Diebstähle sind üblich, aber vermeidbar. Man sollte seine Schuhe nicht unbeobachtet am Strand stehen lassen oder mit zurückgelassenen Dingen im Hotelzimmer zum Diebstahl verleiten. Seine Tasche sollte man besonders an dicht gedrängten Orten vor dem Körper tragen und nur mit wenig Geld unterwegs sein.

Frauensicherheit:
Durch den weit verbreiteten Machismo ist Cuba auch bei Nacht ein für Frauen sehr sicherer Ort. Auf Straßen kann man auch als Frau nachts nahezu überall alleine unterwegs sein; es wird einem ehrenhaft Platz gemacht. Gewaltverbrechen sind selten.

Machismo:
Trotzdem sollte man als Frau harte Nerven mitbringen, denn der Machismo kann auch anstrengend sein: Pausenlose Komplimente, Pfiffe und Luftküsse liegen an der Tagesordnung. Einfach ignorieren kann schon helfen, ein vernichtender Blick tut sonst das übrige. Unauffällige Alltagskleidung ist auch keine schlechte Idee, die Gegenwart eines Mannes wirkt sogar Wunder. Doch es kann sicher nicht schaden, eine Antwort parat zu haben: „No me moleste!“ (Belästigen Sie mich nicht!), „Esta bueno yá!“ (Ist ja gut jetzt!) oder „Que falta respecto!“ (Etwas mehr Respekt!). Auch in der Disco sollte man deutlich machen, wie weit man gehen will, da auf Cuba der Tanz als eine Art Vorspiel oder Einladung zu mehr verstanden wird.

Karte:
Cubas Beschilderung ist sehr unzureichend, um es noch freundlich auszudrücken. Also sollte man immer eine aktuelle Karte dabei haben, egal ob Autofahrer, Fahrradfahrer oder Fußgänger.

Polizei:
Polizisten sind auf Cuba stets präsent und freundlich. Korruption wird als schweres Vergehen angesehen, Bestechungsversuche bleiben also in der Regel erfolglos. Man sollte immer einen Ausweis parat haben, der Führerschein oder eine Kopie des Passes reicht dabei aus.

Versicherung:
Man sollte vor der Fahrt eine Reisekrankenversicherung mit Rücktransport im Notfall abschließen. Ambulante Behandlungen in internationalen Kliniken haben faire Preise, doch Notfälle und längere Krankenhausaufenthalte sind teuer. Das Geld legt man vor Ort aus und bekommt es dann von der Versicherung wieder.

Impfung:
Etwa vier bis acht Wochen vor der Reise sollte man sich impfen lassen. Der Arzt stellt einen internationalen Impfpass aus, in dem alle Impfungen aufgeführt sind.

Medikamente:
Bei speziellen Medikamenten solle man einen Brief vom Arzt dabeihaben, der deren Notwendigkeit verdeutlicht. Medikamente sollte grundsätzlich original verpackt sein.

Telefon:
Das Telefonsystem wird stetig ausgebaut, man sollte also mit Nummernwechsel rechnen. Inzwischen gibt es in nahezu jeder Provinzstadt eine Telefon- & Interneteinrichtung auf dem neusten Stand. Die meisten europäischen Handynetzbetreiber haben auch mit einer der cubanischen Handy-Gesellschaften ein Abkommen, Touristen mit Triband-Handy können dieses also nutzen.

Souvenirs:
Wer Souvenirs mit größerer Auswahl und faireren Preisen haben will, sollte diese nicht im Hotelshop oder in Souvenirläden erstehen, sondern dafür in Spezialgeschäfte gehen. Es bieten sich dafür die Handwerksmärkte (Ferías) an. Che-Guevara-Aufdrucke jedweder Art, vermeintliche Kunst oder Schmuck gibt es dort zuhauf. Wobei man bei Perlen- und Muschelschmuck aufpassen sollte, oft sind diese geschützt und deren Ausfuhr verboten.

Zoll:
Die Zollvorschriften sind generell eher kompliziert. Reisende dürfen Wertgegenstände mitbringen (u.a. Kassenrecorder, Computer, Fotoapparat, Instrument, Fahrrad oder Sportausrüstung), Geschenke bis zu einem Wert von 250 US$ und 10kg original verpackte Medikamente. Gegenstände, die nicht in diese Kategorie passen, müssen mit bis zu 1000 CUC$ verzollt werden. Nicht einführen darf man, was gegen die nationale Sicherheit verstößt, u.a. Drogen, elektrische Geräte, Pornografie, bespielte Videokassetten oder einige Bücher. Die Ausfuhr von Kunstgegenständen kostet Gebühren, man sollte stets einen Kassenbeleg oder eine Exportbescheinigung parat haben. Bis zu 50 Zigarren darf man zollfrei ausführen, wobei man auch hier immer einen Kaufbeleg im Original und in der Kopie haben sollte, auch sollten die Zigarren original verpackt sein.

Kinder:
Kinder nehmen auf Cuba eine besondere Rolle ein und sind allgegenwärtig am spielen, tanzen und singen. Auch Kinder von Touristen werden oft aus ausländischer Sicht übertrieben herzlich behandelt. Physischer Kontakt in Form von Küssen oder Streicheleinheiten ist ganz normal.

Drogen:
In einigen Straßen Cubas bekommt man zwar Marihuana oder Kokain angeboten, dennoch sind Drogen auf Cuba verboten. Die Strafen, mit Drogen erwischt zu werden, sind sehr hart.

Fotografie:
Fotografiert werden darf nahezu alles außer Militäranlagen, Flughäfen und Industrieanlagen. Auch die Cubaner lassen sich sehr gerne fotografieren, dennoch sollte man vorher höflich fragen.

Freiwilligenarbeit:
Freiwilligenarbeit kann ein sich lohnender Weg sein, Cuba besser kennen zu lernen. Durch internationale Arbeitsbrigaden kommen jährlich bis zu 200 Arbeiter für Solidaritätsarbeiten nach Cuba. Die Arbeit umfasst drei Wochen in der Landwirtschaft oder auf dem Bau, wobei zahlreiche Aktivitäten, bildende Maßnahmen oder Ausflüge zu interessanten Orten in einem umfangreichen Programm organisiert sind.

Kulturkalender:
Kulturbegeisterte sollten den jährlichen Kulturkalender anschauen, um besondere Events etc. nicht zu verpassen.

Bettler:

Es gibt auf Cuba sehr viele Bettler, da die Leute auf Cuba so traurigerweise oft mehr verdienen als mit ehrlicher Arbeit. Wer wirklich etwas spenden möchte, sollte lieber Stifte an Schulen, Bücher an Bibliotheken oder Medikamente an Apotheken geben, was dankend angenommen wird.

Zigarrenrauch:
Rauchempfindliche Menschen haben es auf Cuba schwer, der Zigaretten- oder Zigarrenrauch ist allgegenwärtig. Selbst Chirurgen im Krankenhaus rauchen.

Trinkgeld:
Trinkgelder sind weit verbreitet und können Wunder wirken. Ob Toilettenaufseher, Taxifahrer oder aufdringliche Musiker, alle erwarten in der Regel Trinkgeld. Die Höhe liegt bei 10%, wobei auch gerne Kugelschreiber oder Seife angenommen werden.

Rassendiskriminierung:

Gegen Rassendiskriminierung ist seit der Revolution viel unternommen worden, dennoch kann es gut sein, dass südamerikanische, asiatische oder schwarze Touristen von der Polizei aufmerksamer beobachtet werden oder ihren Pass zeigen müssen. Auch gemischte Paare können mit mehr Schwierigkeiten rechnen als andere.