Che Guevara Drucken
Ernesto „Che“ Guevara de la Serna ist seit über einer Generation Ikone unzähliger Jugendlicher. Er ist bis heute die glorifizierte Personifizierung des moralischen Freiheitskämpfers, der für das Wohl der Armen sogar gegen scheinbar unüberwindbare Übermächte antritt. Er war cubanischer Revolutionär und Guerillaführer. Er entwickelte die Theorie, Strategie und Taktik des modernen Guerillakampfs und war bestrebt, seine revolutionären Thesen praktisch umzusetzen. Er glaube an die Erschaffung eines „neuen“ Menschen und eine ehrlichere Welt. Kaum ein Bild der Geschichte ist bekannter als das Abbild Guevaras mit sternverziertem Baretthut und langen Haaren.

Guevara wurde am 14. Juni 1928 in Argentinien geboren und wuchs unter bürgerlichen Verhältnissen auf. Sein ganzes Leben war er gesundheitlich labil, so litt er unter anderem an Asthma, was seine Persönlichkeit stark beeinflusst hat.

In seiner Jugend interessierte er sich besonders trotz Krankheit für sportliche Höchstleistungen, Schach und Literatur. Durch seine inzwischen sieben Personen umfassende Familie kam er früh mit der Politik in Kontakt und war von ihr fasziniert. Auch verkehrte er sehr oft mit den Armen der Umgebung und lud sie nach Hause ein.

Nachdem seine Familie 1945 nach Buenos Aires umzog, schloss er dort ein Medizinstudium ab. In dieser Zeit und auch danach bereiste er ganz Lateinamerika, was ihn tief prägte. Das gesehene Elend brachte ihn zu der Entscheidung, sein Leben für den Kampf für eine bessere Welt einzusetzen.

Er versuchte 1953, die bereits ablaufende Revolution in Guatemala, die den Präsidenten stürzen sollte, zu verhindern, weil dieser 1950 gewählte Präsident den vorherigen Diktator gestürzt und Reformen für die Armen des Landes entwickelt hat. In Guatemala bekam er erstmals den Spitznamen „El Che“.

1955 schloss sich Guevara in Mexiko Fidel Castro und dessen Mitstreitern an. Schnell gewann er während der cubanischen Revolution durch seinen Einsatz und taktischen Überblick an Wichtigkeit und wurde zu einer wichtigen militärischen Instanz. Als Comandante der Rebellenarmee spielte er eine große Rolle bei den Guerillagefechten, insbesondere bei der Einnahme von Santa Clara.

Nach dem Sieg der Revolution erhielt Guevara im Februar 1959 die cubanische Staatsbürgerschaft, wirkte als Industrieminister bei der Durchführung von vielen Wirtschaftsreformen mit. Er stieg zum zweitwichtigsten Mann neben Fidel Castro auf. Als Chefideologe der Revolution strebte Guevara die totale Verstaatlichung an.

Er erschuf das Idealbild des „neuen“ Menschen und versuchte stets, diesem gerecht zu werden. Sein großes Ziel war die Erschaffung dieses selbstlosen Menschen im Dienst der Allgemeinheit. Überall propagierte Guevara seine Vision von einer gerechteren Welt. Er schrieb viele Bücher über die Kunst des Guerillakampfes und den Kommunismus und glaubte fest an den „sozialistischen Menschen“, der materielle Gedanken selbstlos gegen Moral einsetzt.

Im März 1965 zog sich Guevara aus dem öffentlichen Leben zurück, vermutlich aufgrund von Differenzen mit Castro, und ging heimlich in den Kongo, um linksgerichteten Rebellen Unterstützung zu geben. Dort versucht er, seine theoretischen Ansätze und praktischen Erfahrungen anzuwenden.

Im Dezember desselben Jahres kehrte Guevara nach Cuba zurück und bereitete eine Guerilla-Kampagne für ganz Südamerika vor. Denn er kam zum Schluss, dass die Armut in Lateinamerika nur durch eine groß angelegte, den ganzen Kontinent umfassende Revolution bekämpft werden könne. So errichtete er im November 1966 in den bolivianischen Wäldern einen Stützpunkt. Nach einem erfolgreichen Überfall auf ein bolivianisches Sonderkommando sprach er die berühmte Botschaft an die Welt: „Lasst uns zwei, drei, viele Vietnams schaffen“.

Guevara wurde am 8. Oktober 1967 von der bolivianischen Armee gefangen genommen. Nach Rücksprache mit den USA wurde er einen Tag später in Higuera hingerichtet. Erst 1997 wurden seine sterblichen Überreste zurück nach Cuba gebracht und in Santa Clara feierlich beigesetzt.

Heutzutage ist Guevara ein idealisiertes Idol. Nicht nur in lateinamerikanischen Ländern gilt er bis heute als Volksheld, sondern auch im Westen ist er in großen Teilen der Studentenbewegung Vorbild. Sein in vielen Variationen verbreitetes Portrait ist zu einer Pop-Ikone und damit zur Verklärung der eigentlichen Person geworden. Guevara war nicht nur ein kämpferischer Kommunist, sondern wird von vielen Gefährten auch als skrupelloser und brutaler Mensch beschrieben, der mit Freude folterte und tötete.