| Fidel Castro |
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Seit der Revolution ist die Geschichte Cubas nicht mehr von der Fidel Castros zu trennen. Ein halbes Jahrhundert war er Cubas Staatsoberhaupt, Held der radikalen Linken und selbsternannter Führer der „Dritten Welt“. Fidel Castro hat Weltgeschichte geschrieben, ist Symbol geworden und für seine charismatische, massenhypnotisierende Art bekannt. Sein Personenkult ist umstritten; seine Anhänger verehren ihn und seine ideellen Vorstellungen, seine Gegner hassen und fürchten ihn. Viele Kritiker werfen ihm Menschenrechtsverletzungen, wie zahlreiche Hinrichtungen und Inhaftierungen von Oppositionellen, und ein diktatorisches Regime, welches auf seine Person ausgerichtet sei, vor. Dennoch konnte Castro den vielen Attentatsversuchen trotzen. Fidel Castro ist und bleibt eine komplexe Persönlichkeit.Fidel Alejandro Castro Ruz wurde offiziell am 13. August 1926 in Mayarí geboren, andere Angaben deuten jedoch daraufhin, dass er erst 1927 oder gar 1928 geboren wurde. Er war ein uneheliches Kind von Zuckerrohrplantagenbesitzer Ángel Castro Argiz und dessen Köchin Lina Ruz, die aus ärmlichen Verhältnissen kam. Bereits in jungen Jahren hat man ihm die Eigenschaft nachgesagt, Autoritäten schwer zu akzeptieren. Er soll zwar ehrgeizig und intelligent, aber auch rebellisch und exzentrisch gewesen sein. Auch soll er bereits so jung schon ein erstaunlich guter Debatteur gewesen sein. Aufgrund seiner schulischen Leistungen wurde er Jesuitenpatern überstellt. Castro soll auch bereits als 13-Jähriger schon versucht haben, unter Plantagenarbeitern seines Vaters einen Streik heraufzubeschwören. 1945 begann er ein Jurasstudium an der Universität von La Habana. Dort wies er ein hohes politisches Engagement auf, unter anderem gegen Rassendiskriminierung und für auf nationalen Interessen orientierte Wirtschaftspolitik. Er organisierte Protestveranstaltungen gegen den regierenden und unbeliebten Diktator Batista. 1947 führte er seine erste militante Aktion aus und beteiligte sich beim scheiternden Versuch, den Diktator der Dominikanischen Republik, Rafael Trujillo, zu stürzen. Ein Jahr später heiratete er Mirta Díaz Balart, eine wohlhabende Studentin mit familiären Beziehungen zu Batista. 1949 wurde sein Sohn Fidelito geboren. Die Ehe wurde jedoch auf seinen Wusch fünf Jahre später wieder geschieden. Nach dem Abschluss seines Jurastudiums im Jahr 1950 gründete Castro mit zwei Partnern eine Kanzlei und gewann den Ruf eines hervorragenden Redners, der sich für die arme Landbevölkerung einsetzte. Weiterhin blieb Castro politisch engagiert und wurde 1950 als Kandidat der Orthodoxen Partei aufgestellt. Durch einen Staatsstreich Batistas kam es zu keinen Wahlen, woraufhin Castro eine Klage an die Regierung sendete. Darin warf er Batista Bruch mit der Verfassung vor, die keine Machtergreifung durch Gewalt erlaube. Als die Klage nicht beantwortet wurde, berief sich Castro auf das Widerstandsrecht; nach Ausschöpfung der legalen Mittel werde er nun militante einsetzen. So organisierte Castro 1953 den Sturm auf die Moncada-Kaserne, einem Revolutionsversuch, woraufhin er inhaftiert wurde. Bei seiner Verteidigungsrede sprach er die berühmten Worte: „Die Geschichte wird mich freisprechen“. Nach nur zwei Jahren Gefängnis kam Castro 1955 durch eine Generalamnestie frei. Er gründete mit seinen Gefährten die „Bewegung des 26. Juli“, deren Strategie auf bewaffneten Kampf durch geheime verstreute Untergrundzellen setzte. Dann ging Castro ins Exil nach Mexiko, wo er auf Ernesto Che Guevara traf und mit einer militärischen Ausbildung der Guerilleros begann. Am 2. Dezember 1956 kam Castro als treibende Kraft der Revolution mit Che Guevara und 80 Revolutionären in Cuba an und begann den Guerillakampf. Nach mehr als zwei Jahren flüchtete Diktator Batista aus Cuba und Castro übernahm die Macht, obwohl er vor Beginn der Revolution behauptet hatte, er wolle keine persönliche Machtposition, sondern werde nach dem Sturz des Regimes ins Privatleben zurückkehren. Bei seiner Machtübernahme 1959 duldete Castro keine Kritiker oder Konkurrenten. Er versuchte, seine ideelle Vorstellung einer gerechten und besseren Welt zu verdeutlichen, teilweise mit Erfolg. Trotz Errichtung seines autoritären Regimes hat Fidel Castro bis heute in jeder Bevölkerungsschicht Anhänger seiner ideellen Reden. Selbst seine Gegner erkennen teils seine guten Absichten an. Castro errichtete einen Personenkult, der sich durch stete Medienpräsenz und allgegenwärtige Plakate und Bilder auszeichnete. Fidel Castros Charme und seinem trotz meist stundenlanger Reden, die immer im Staatsfernsehen übertragen werden, direkten Draht zum Volk, sind legendär geworden. Er beweist ungeheures Talent, auch die kompliziertesten Reden ungezwungen wirken zu lassen und für jede Gelegenheit bei jedem Themengebiet eine passende Ausdrucksform zu finden. Er überlebte zahlreiche, teils sehr bizarre Anschläge auf sein Leben. Fidel Castro blieb selbst nach seinem schweren Krankheitsschlag 2006 zunächst die treibende Kraft in der Politik. Erst im Februar 2008 übergab er seinem Bruder Raúl Castro die Macht, nachdem er seit 1959 Regierungschef und seit 1976 Staatspräsident Cubas gewesen war. |