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Während Cuba bereits vor über 5.000 Jahren erstmals von Indianern aus Südamerika besiedelt worden ist, wurde es erst viel später von der Außenwelt entdeckt. 1492 landet Christopher Kolumbus während einer ersten Entdeckungsreise auf Cuba, im Glauben, Indien gefunden zu haben. Er besetzt es für Spanien.

Allerdings kommen erst zwanzig Jahre später die ersten Spanier nach Cuba, um dort zu leben. Diego de Velázquez erobert als erster spanischer Gouverneur Cuba. Bis 1515 unterwirft er die indianischen Ureinwohner, richtet den Indianerführer Hatuey hin und gründet die ersten sieben befestigten Siedlungen: Barcelona, Bayamo, Trinidad, Sancti Spíritus, Santiago de Cuba, Camagüey und das spätere La Habana.

Nachdem die Ureinwohner gnadenlos ausgebeutet worden sind, bis schließlich kaum noch welche vorhanden sind, verschleppt man ab 1522 Afrikaner nach Cuba. Etwa 20 Jahre später beginnt man mit dem Zuckerrohranbau, der bis heute einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren Cubas ist. Cuba wird zum Hauptstützpunkt der spanischen Flotte und Sammelstation aller Rohstoffe aus den anderen Kolonien Spaniens, insbesondere von Silber. Eine ständige Bedrohung geht von Piratenschiffen aus. So überfällt Pieter Pieterson Hey 1628 die spanische Flotte und vergräbt die Beute auf Cuba. Damit liefert er Stevenson die Vorlage für seinen Roman „Die Schatzinsel“. Im 17. Jahrhundert werden Tabak und Zuckerrohr zum wichtigsten cubanischen Exportgut. La Habana blüht schnell auf und wird 1607 Cubas Hauptstadt.

1762 erobert England im Zuge des mit Spanien geführten Krieges La Habana, gibt die Stadt aber ein Jahr später im Tausch mit Florida wieder frei.

Zwischen 1789 und 1820 kommt es zu einem großen Sklavenaufstand. Von Haiti fliehen etwa 30.000 französische Farmer nach Cuba, was eine enorme Förderung der cubanischen Kaffee- und Zuckerplantagen zur Folge hat. Cuba wird zum weltgrößten Zuckerexporteur.

Während des 19. Jahrhunderts lehnen sich die südamerikanischen Kolonien Spaniens gegen ihre Unterdrückung auf, Cuba bleibt Spanien jedoch treu. Die USA gewinnen an Einfluss auf Cuba und versuchen erfolglos 1848 und 1854, Spanien das wirtschaftlich blühende Cuba abzukaufen.

Es mehren sich Sklavenaufstände, bis 1865 die Verschleppung von Afrikanern nach Cuba beendet wird. Von 1868 bis 1878 führen Freiheitskämpfer den ersten Unabhängigkeitskrieg, jedoch nahezu erfolglos. Nach dem Ende der Sklaverei kommen nun viele asiatische Kontraktarbeiter nach Cuba.

Von 1895 bis 1898 kommt es zu einem zweiten Unabhängigkeitskrieg, angeführt vom bedeutenden cubanischen Dichter, Philosophen und Politiker José Martí, der jedoch früh in den Kämpfen fällt. Die USA springt schließlich 1898 in den Kampf ein und besetzt Cuba, sodass die spanische Kolonialmacht Cuba aufgeben muss. Bis 1902 kontrolliert die USA mit einer Militärregierung Cuba, welches am 20. Mai 1902 zur unabhängigen Republik erklärt wird, deren Souveränität jedoch stark durch die USA eingeschränkt ist.

Die USA dominieren Cuba jahrzehntelang politisch und wirtschaftlich, es kommt mehrmals zu Militärinterventionen. Ein Großteil der cubanischen Plantagen ist in US-Besitz, während die Bevölkerung sich selbst kaum ernähren kann. In den 1920er Jahren entwickelt sich Cuba zum „Lustparadies“ der USA mit Glücksspiel, Prostitution und Pornografie.

1925 kommt Diktator Gerardo Machado an die Macht und Cuba durchlebt erstmals Korruption, Massenarbeitslosigkeit und Armut. Machado wird acht Jahre später gestürzt.

Von 1952 bis 1958 lebt das cubanische Volk unter der Diktatur von Fulgencio Batista, der die Opposition brutal unterdrückt. Im ganzen Land unbeliebt, entwickelt sich eine Rebellion gegen Batista. Unter Führung Fidel Castros versuchen 1953 etwa 100 Rebellen die Moncada-Kaserne in Santigo de Cuba zu stürmen, scheitern jedoch. Die meisten Guerillos werden hingerichtet, Castro kommt ins Gefängnis, wird jedoch zwei Jahre später wieder freigelassen.

Im mexikanischen Exil bereitet Castro einen weiteren Guerillakampf der „Bewegung des 26. Juli“ vor, dem sich Che Guevara anschließt. Am 2. Februar 1956 landen die Rebellen in Ost-Cuba und beginnen den dreijährigen Revolutionskampf. Che Guevara wird zur wichtigen militärischen Instanz und nimmt im Dezember 1958 Santa Clara ein.

Nach Batistas Flucht in die Dominikanische Republik übernimmt Fidel Castro am 1. Januar 1959 die Macht auf Cuba und verkündet den Sieg der Revolution. Als erste Maßnahmen werden Alphabethisierungs- und Gesundheitskampagnen sowie erste Agrarreformen mit zahlreichen Enteignungen und Verstaatlichungen durchgesetzt. Ein Jahr später kündigen die USA ihre langjährigen Zuckerimporte aus Cuba und beginnen mit einem partiellen Handelsembargo gegen Cuba, sodass die UdSSR zum wichtigsten Handelspartner von Cuba wird.

1961 beenden die USA ihre diplomatischen Beziehungen zu Cuba. Nach Angriffen auf die cubanische Luftwaffe scheitert Amerika jedoch mit einer konterrevolutionären Invasion in der Schweinebucht. Außerdem verkündet Castro den sozialistischen Charakter der Revolution.

Ein Jahr später verhängt die USA ein vollständiges wirtschaftliches und politisches Embargo gegen Cuba. Im Oktober 1962 kommt es zur „Cuba-Krise“, dem Höhepunkt des Kalten Krieges: Die Sowjetunion stationiert Raketen auf Cuba, zieht diese jedoch wieder ab, bevor es zur Militärintervention durch die USA kommt.

1965 kommt es zur Neugründung der Kommunistischen Partei Cubas (PPC) und zu bedeutenden Handelsverträgen mit China und den UdSSR.

1967 wird Che Guevara in Bolivien hingerichtet. Er hatte sich 1965 aus dem öffentlichen Leben und somit seinem Amt als Industrieminister Cubas zurückgezogen, um zuerst in den Kongo, später dann nach Lateinamerika zu gehen, um dort eine Revolution zu beginnen.

Mit Beginn der „Revolutionären Offensive“ 1968 werden der private Einzelhandel und Dienstleistungsbetriebe verstaatlicht oder geschlossen.

Ab 1970 wird Cuba zu einer weltpolitisch und militärisch wichtigen Nation. So sendet es 1975 20.000 Soldaten nach Angola, drei Jahre später Streitkräfte nach Äthiopien. Es kommt zu Verfassungsänderungen und den ersten Parlamentswahlen. Mit Wirtschaftshilfe durch die UdSSR kann Cuba die Versorgung der Bevölkerung sichern, dennoch kommt es 1980 zur Massenflucht von etwa 135.000 Cubanern aus dem Land.

Nach dem Zusammenbruch de UdSSR ruft Fidel Castro 1990 den Notstand aus. Ein Fünf-Jahres-Sparplan mit Härtefallmaßnahmen führt zu Rationierung von Lebensmitteln, Alltagsgegenständen und Strom. Es entstehen durch die allgemeine Wirtschaftskrise zahlreiche kleine Rebellionen. Bis 1995 kommt es zu vielen kleineren Reformen. Cuba beschließt, sich wirtschaftlich zu öffnen. Der US-Dollar wird legalisiert und durch Joint-Venture-Investitionen avanciert sich der Tourismus zur wichtigsten Devisenquelle. Die Ausreise von Cubanern wird durch Castro gesetzlich erleichtert, was 1994 erneut zu einer Massenflucht führt.

Nachdem das cubanische Militär zwei US-Zivilflugzeuge mit exilkubanischen Terroristen abgeschossen hat, verschärfen die USA erneut ihr Embargo gegen Cuba und drohen Ländern mit Sanktionen, die mit Cuba Handel betreiben. Dies wird weltweit von vielen Institutionen als inhuman verurteilt.

1997 werden Che Guevaras Überreste nach Cuba geführt und in Santa Clara beigesetzt.

1998 besucht Papst Johannes Paul II. Cuba und es kommt zur Inhaftierung der „Miami Five“: Fünf regimetreue Cubaner werden zu hohen Haftstrafen verurteilt. Sie haben bei exilcubanischen Organisationen in Miami Informationen über feindliche Aktivitäten gesammelt.

1999 kommt es zum politischen Tauziehen um Elián González, der mit seiner Mutter aus Cuba geflüchtet ist. Seine Mutter ertrank und der Junge kommt bei Verwandten unter. Eliáns Vater fordert die Rückkehr des Jungen nach Cuba, was Amerika zunächst verweigert. Ein Jahr später wird gerichtlich beschlossen, dass der Junge wieder nach Cuba darf. Die Rückführung findet unter großen Protestbewegungen statt.

2002 besucht der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter Cuba und fordert von Castro Reformen und von den USA die Aufhebung des Embargos. Weiterhin gibt es hohe Flüchtlingszahlen zu verzeichnen.

Nachdem er bereits am 27. Juni 2001 einen öffentlichen Schwächanfall durchlitt, überträgt Fidel Castro schwerkrank im August 2006 vorübergehend seine Ämter auf seinen Bruder Raúl Castro. Im Februar 2008 zieht er sich endgültig von seinen Ämtern zurück und Raúl Castro wird zum Staatspräsidenten gewählt.